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Porsche 356 „Nr. 1“ Roadster

Porsche 356 „Nr. 1“ Roadster – Der erste Wagen mit dem Namen Porsche

Überblick

Am 8. Juni 1948 erhielt ein offener Zweisitzer aus Gmünd in Österreich seine Einzelzulassung, genehmigt eine Woche später am 15. Juni: der Porsche 356 „Nr. 1“ Roadster, das erste Fahrzeug, das den Familiennamen als Marke trug. Aus dem Einzelstück wurde nie eine Serie, doch seine Konstruktion – Gitterrohrrahmen, Mittelmotor, Aluminiumkarosserie – prägte die Idee des Porsche-Sportwagens bis heute.

Fact-Sheet

Baujahr
06.1948
Motor
B4 (Mittelmotor) / Verbrenner / Benzin, Sauger
Leistung
26 kW (35 PS)
0–100 km/h
23,0 s
Top Speed
135 km/h

Technischer Deep Dive

Unter dem Blechkleid arbeitet ein 1,1-Liter-Boxer-Vierzylinder mit 1131 ccm Hubraum, der von Volkswagen abgeleitet, aber überarbeitet wurde und knapp vor der Hinterachse sitzt – daher die Bezeichnung Mittelmotor. In der Ursprungsausführung leistet er 26 kW (35 PS) bei einem maximalen Drehmoment von 70 Nm, über ein manuelles Vierganggetriebe geht die Kraft an die Hinterräder. Das Fahrgestell ist ein Gitterrohrrahmen mit Stahlfederung, verzögert wird über vier Trommelbremsen, gelenkt über eine Schnecken-Lenkung. Bei 585 kg Leergewicht und einer von Hand über Holzformen getriebenen Aluminiumkarosserie erreicht der Roadster 135 km/h, bei 40 Litern Tankinhalt und einem Verbrauch von rund 7,5 l/100 km.

Erscheinung & Historie

Der 356 „Nr. 1“ entstand im Porsche-Werk Gmünd, wohin die Firma während des Kriegs ausgewichen war. Die Arbeiten begannen am 17. Juli 1947, unter der Projektleitung von Ferry Porsche; die Karosserie zeichnete Chefdesigner Erwin Komenda, während Ferry Porsche selbst für die Rahmenkonstruktion verantwortlich war. Technisch orientierte sich das Fahrzeug stark am Volkswagen, mit dem es Achsen und Antriebstechnik teilte, zeigte in der eigenständigen, stromlinienförmigen Aluminiumkarosserie aber bereits die spätere Formsprache der Marke. Als Einzelstück blieb der Roadster ohne direkte Serienfertigung – 1953 kaufte Porsche den Wagen zurück, seither steht er im Porsche Museum in Stuttgart-Zuffenhausen. Das Mittelmotor-Konzept des „Nr. 1“ floss später in die Konstruktion des Rennsportwagens 550 Spyder ein.

Tipps, Tricks & Ratschläge

Das Original ist nicht im Handel, sondern fester Bestandteil der Markengeschichte: Zu sehen ist der 356 „Nr. 1“ Roadster im Porsche Museum in Stuttgart-Zuffenhausen. Wer sich für die Frühgeschichte der Marke interessiert, findet dort auch Kontext zu den Gmünder Jahren und dem Übergang zur Serienfertigung des 356.

FAQ & Begriffe

Ist der 356 „Nr. 1“ wirklich das erste Auto von Ferdinand Porsche?

Nein. Es ist das erste Fahrzeug, das unter dem Markennamen Porsche verkauft und zugelassen wurde. Bereits Jahrzehnte zuvor konstruierte Ferdinand Porsche eigene Fahrzeuge, etwa den elektrischen Lohner-Porsche oder den Typ 64 von 1939.

Warum gilt ausgerechnet dieses Datum als Geburtsstunde der Marke?

Weil mit der Einzelzulassung vom 8./15. Juni 1948 erstmals ein Fahrzeug offiziell als „Porsche“ für den Strassenverkehr zugelassen wurde, nicht mehr nur als Konstruktionsprojekt für andere Hersteller.

Wo befindet sich der Wagen heute?

Im Porsche Museum in Stuttgart-Zuffenhausen, nachdem Porsche ihn 1953 vom Erstbesitzer zurückgekauft hatte.

Mittelmotor

Mittelmotor bezeichnet die Anordnung des Antriebsaggregats zwischen Vorder- und Hinterachse, was eine ausgewogene Gewichtsverteilung begünstigt.

Gitterrohrrahmen

Ein Gitterrohrrahmen besteht aus einem Netz verschweisster Stahlrohre, das bei geringem Gewicht eine hohe Verwindungssteifigkeit der Karosserie ermöglicht.

Quellen

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