Porsche 911 (2.0)
Porsche 911 (2.0) – Der Ur-Elfer und Nachfolger des 356
Überblick
Am 12. September 1963 stellte Porsche auf der Frankfurter Automobil-Ausstellung den Nachfolger des 356 vor – zunächst unter der Bezeichnung 901. Weil Peugeot sich dreistellige Modellnamen mit einer Null in der Mitte markenrechtlich gesichert hatte, ging der Wagen ab Oktober 1964 als 911 in Serie und begründete die bis heute am längsten gebaute Sportwagenbaureihe der Welt.
Fact-Sheet
Technischer Deep Dive
Anstelle des Vierzylinder-Boxers des 356 setzte Porsche beim 911 erstmals auf einen neu entwickelten Sechszylinder-Boxer mit 1991 ccm Hubraum, der 96 kW (130 PS) bei 174 Nm maximalem Drehmoment leistet. Die Kraft geht über ein manuelles Fünfganggetriebe an die Hinterräder, erstmals kommt eine Zahnstangenlenkung zum Einsatz. Scheibenbremsen an allen vier Rädern ersetzten von Anfang an die Trommelbremsen der 356-Ära. Bei 1080 kg Leergewicht erreicht der Ur-Elfer 210 km/h, der Verbrauch liegt bei rund 12,0 l/100 km aus einem 62-Liter-Tank, montiert sind Reifen der Dimension 165 HR 15.
Erscheinung & Historie
Entworfen wurde die zeitlose Silhouette des 911 von Ferdinand Alexander „Butzi“ Porsche, dem Enkel des Firmengründers – es war sein viertes eigenständiges Fahrzeugprojekt für das Unternehmen. Trotz des heute legendären Status verkaufte sich der neue Wagen zunächst zögerlich: Porsche musste den ursprünglichen Preis von 23.900 D-Mark um 2.000 D-Mark senken, bis Jahresende 1964 wurden erst 232 Fahrzeuge verkauft. Als nach nur einem Modell die Nachfrage nach einer günstigeren Variante deutlich wurde, ergänzte Porsche das Programm rasch um den Vierzylinder-Ableger 912. Was als eher verhaltener Marktstart begann, entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zur erfolgreichsten und bekanntesten Modellreihe der Marke.
Tipps, Tricks & Ratschläge
Frühe 911 mit kurzem Radstand (bis 1968) gelten unter Kennern als besonders agil, aber auch anspruchsvoller im Grenzbereich – vor dem Kauf lohnt sich eine Probefahrt mit einem erfahrenen Beifahrer. Rostschutz an den charakteristischen Kotflügeln und im Unterboden verdient bei Fahrzeugen dieses Alters besondere Aufmerksamkeit.
FAQ & Begriffe
Warum heisst der Wagen 911 und nicht 901?
Peugeot hatte sich in Frankreich die Rechte an dreistelligen Modellbezeichnungen mit einer Null in der Mitte gesichert, weshalb Porsche die interne Bezeichnung 901 kurz nach der Vorstellung in 911 änderte.
Wer hat den 911 entworfen?
Ferdinand Alexander „Butzi“ Porsche, Enkel des Firmengründers Ferdinand Porsche, zeichnete die bis heute erkennbare Silhouette.
Wie erfolgreich war der 911 zu Beginn?
Zunächst eher verhalten: Bis Ende 1964 wurden nur 232 Fahrzeuge verkauft, weshalb Porsche den Startpreis senken musste, bevor sich das Modell zum Verkaufserfolg entwickelte.
Zahnstangenlenkung
Bei der Zahnstangenlenkung greift ein Ritzel am Lenkrad in eine Zahnstange ein, die die Lenkbewegung direkt auf die Räder überträgt – eine präzisere Bauart als ältere Lenkungskonzepte.
Boxermotor
Beim Boxermotor liegen sich die Zylinder gegenüber und bewegen sich horizontal wie beim Boxen, was für einen niedrigen Schwerpunkt sorgt.
Quellen
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